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Spurensuche auf der Insel Arran
Die Barytminen bei Glen Sannox Geschichte
Nach dem 1. Weltkrieg, 1918 begann man mit den Arbeiten zur Wiedereröffnung des Bergwerks. Eine Trasse wurde geschaffen auf der man das Gestein zum Mahlwerk brachte. Mithilfe von Seilzügen und durch das natürliche Gefälle ließ sich dieses Projekt recht ökonomisch umsetzen. Außerdem baute man eine Schmalspur- Entlang der neu geschaffenen Trasse wurde der Abbau nach Norden bergaufwärts in den Torr nan Gobhar weitergetrieben. Zusätzlich legte man auf der Südseite des Sannox Burn weitere Schächte an. Die Wasserkraft des Sannox Burn machte man sich zunutze um das gewonnene Material zu zerkleinern und vom eingeschlossenen Muttergestein zu trennen. Oberhalb dieser Anlage findet sich ein Graben mit dem Wasser umgeleitet wurde. Nicht erkennbar ist allerdings, geschah dies zum Betreiben von Wasserrädern oder wollte man an im Flussbett gelegene Baryt-Adern gelangen. Obwohl nachweislich noch große Baryt-Vorkommen vorhanden waren hat man die Förderung auf Arran kurz vor dem 2. Weltkrieg eingestellt und die Geleise der Transportstrecke komplett abgebaut. Wartungs- und Erschließungsarbeiten wurden noch bis in die 50. Jahre weiter betrieben, die Förderung wurde aber nicht wieder aufgenommen. Durch die starke Vermengung mit dem Muttergestein, wobei es sich hier größtenteils um Sandstein handeln dürfte, waren andere Standorte wie z.B. die Foss Mine nahe Aberfeldy (GB) wesentlich attraktiver. Dort finden sich bis zu 8 Meter dicke reine Baryt-Schichten die den Bedarf Großbritanniens bis zum heutigen Tag decken. Recherchierte Zahlen die uns vorliegen sprechen bei der Förderung reines Baryts von 1853 – 1865 von ca. 5000 Tonnen. Zwischen 1918 und 1938 lag die jährliche Förderung bei ca. 4000 Tonnen. Ein interessanter Bericht über die Fabrik, ihre Funktion und die Herstellung von Baryt-Pigmenten erschien im Jahr 1843. Darin heißt es: Die Fabrik liegt in geringer Entfernung von einem einen Granitfelsen durchziehenden Schwerspathlager, welches gegenwärtig bergmännisch ausgebeutet wird. Dieser Schwerspath ist sehr rein, krystallinisch und durchscheinend; manchmal kommt er etwas bräunlich gefärbt vor; er gehört der geradschaligen Varietät an und übertrifft hinsichtlich der Reinheit alle bisher ausgebeuteten Lager. Alle Maschinen dieses wohleingerichteten Werks werden durch ein oberschlächtiges Wasserrad von 8 Meter Durchmesser und 2 Meter Breite in Bewegung gesezt. Der Spath wird zuerst sortirt und dann gewaschen. Er ist so spröde, daß er ganz leicht in Stüke gebrochen werden kann, in welchem Zustande er mit verdünnter Schwefelsäure ausgewaschen wird, um ihm jede Spur einer färbenden Substanz zu entziehen. Hierauf wird er mittelst zweier, n.it gußeisernen Reifen umgebener, verticaler Mahlsteine aus Granit, die sich in einem ebenfalls granitnen Trog drehen, zu Pulver gerieben; diese Mahlsteine wiegen 5 Tonnen. Das so erzeugte Pulver wird in gußeiserne cylindrische Behälter von ungefähr 7 Meter Durchmesser gebracht, die mit Granitplatten gepflastert sind und in welchen man es in Wasser mittelst großer Granitblöke fein pulvert, die mit eisernen Ketten an den Armen einer durch das Wasserrad in Bewegung gesezten vertikalen Achse befestigt sind. Ein von Zeit zu Zeit in diese Behälter gelassener Wasserstrom reißt die feinsten Theile mit sich, welche sich in großen Trögen in Gestalt eines unfühlbaren Pulvers ansammeln. Vier so große Mörser sind in einem und demselben Raume, in welchem auch das Zerbrechen und Grobpulvern vor sich geht. Der gesammelte Bodensaz wird getroknet und in Steine geformt, die in einen auf 76° R. geheizten Troknenraum kommen und nach dem Troknen gebrochen und zur Versendung in Fässer verpakt werden. Die Maschinen des Etablissements sind im Stande wöchentlich 20 Tonnen Schwerspathweiß und mehr noch mit einem Wechsel von Arbeitern zu bereiten; zur Zeit erzeugen sie mit 6 Mann wöchentlich 10 Tonnen. Dieses Weiß wird mit Oehl angerührt, wie das Bleiweiß, welchem man es bekanntlich oft zusezt, um ein geringeres und wohlfeileres Weiß darzustellen; in der Fabrik zu Arran aber gibt man ihm auch verschiedene Farben, wie blau, gelb und grün in verschiedenen Nuancen. Hr. Traill fragte nicht nach Ihrer Bereitung, analysirte sie aber und es gelang ihm, sie dadurch nachzuahmen, daß er verschiedene Farben auf den präparirten Schwerspath niederschlug, welcher in Wasser oder vielmehr in den zur Erzeugung dieser Farben geeigneten Metalllösungen suspendirt war. So bekommt man, wenn man ihn in eine Auflösung von eisenblausaurem Kali rührt und ein Eisenorydsalz zusezt, ein schönes Blau; rührt man ihn in eine Lösung von chromsaurem Kali, so erzeugt essigsaures Blei ein herrliches Gelb. Merkwürdig ist, daß das niedergeschlagene Pigment durch Säuren ziemlich schwer vom Barytsalz zu trennen ist, so daß eine Verwandtschaft zwischen den Metallfarben und dem schwefelsauren Baryt zu bestehen scheint. (Echo du monde savant, 1843, N0. 15 )
Erschienen bei J.G. Gotta 1843 in _______________________________________________________________________________________
Baryt Die industrielle Verwendung von Baryt ist so vielfältig wie seine farblichen Erscheinungsformen. Als Baryumsulfat dient es zur Abschirmung in Röntgenabteilungen und ersetzt dort den Einsatz von Bleiplatten. In Beton eingebracht kann es radioaktive Strahlen zurückhalten. Als Barytbeton nutzt man es dann in Krankenhäusern und Abteilungen die mit radioaktiven Substanzen umgehen zur Abschirmung. Da der Kristall recht weich ist (Mohs-Härte 3 – 3,5 ; Glas lässt sich ab einer Härte von 7 ritzen) kommt er nur sehr selten als Schmuckstein vor. Außerdem reagiert er sehr empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung, was seine Verwendung in diesem Bereich noch unattraktiver macht. _______________________________________________________________________________________
Spurensuche Unsere erste Erkundung im Tal des Glen Sannox fand unter besten schottischen Witterungsbedingungen statt. Vom Sannox Burn hatten wir nur aus der Google Earth® Ansicht eine Vorstellung. Das dort zierliche wirkende Rinnsal entpuppte sich jenseits der Satellitenansicht als ein Wildwasser, das tosend und mäandernd seinen Weg von den Hängen des Cir Mhor bis zurSannox Bay suchte. Zusätzlich gespeist aus den seitlichen Bergen baut sich eine Wasserkraft auf, die ein tiefes Bett geschaffen hat und nur an wenigen Stellen Furten zur Überquerung zulässt. Bezüglich Wasser sollten wir aber an diesem Tag noch die unermüdlichen Quellen schottischen Himmels kennenlernen. Zu Beginn unserer Tour passierten wir trockene Trampelpfade, umsäumtmit triefend nassem Farn bei leichtem Nieselregen. Ab und an wurden ein paar Schafe unsere nervösen Begleiter, unentschlossen an welcher Stelle man die zweibeinigen Ruhestörer passieren kann um sie dann ihres Wegs ziehen zu lassen. Mit jeder Minute unserer Wanderung wurde der Regen stärker und am Boden schmälerten sich im gleichen Verhältnis die trockenen Passagen. Abseits des erkennbaren Pfades ist der Untergrund moorig und deshalb sowieso immer nass. |



1862 wurde der Abbau auf Beschluss des 11th Earl of Arran eingestellt und das Bergwerk bei Glen Sannox wie auch der Steinbruch in Corrie geschlossen. Der Earl wollte dadurch verhindern, dass das Bild der Landschaft, seines Jagdgebietes , weiter durch den Abbau verändert wurde.
