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Haldenportrait
Wohl in der ersten Hälfte des 18 Jahrhunderts hat man in der Gegend von Ensdorf mit dem Kohlebergbau begonnen. Die nahegelegene Saar begünstigte den Abtransport der Steinkohle per Schiff und veranlasste viele Betriebe zu dieser Zeit ihre nördlicher gelegenen Produktionsstätten zu verlassen und sich im Saartal anzusiedeln. In Ensdorf brachten Pferdefuhrwerke den Rohstoff aus einem über 2300 Meter langen Stollen direkt zur Verladung an den Fluß . 1957 wurden die Gruben Duhamel und Griesborn zu einer Anlage, der Grube Ensdorf, zusammengefasst. Angesichts der danach enorm gestiegenen Fördermengen begann man 1962 die große Halde aufzuschütten. Deren Grundfläche beträgt heute beachtliche 47 Hektar und mit einer Gipfelhöhe von 330 Meter über Meeresniveau zählt sie zu den höchsten Bergehalden in Deutschland. In den letzten dreißig Jahren hat man 30 Hektar der Haldenfläche begrünt, sodass in absehbarer Zeit kein schwarzer Berg mehr in die Landschaft ragen wird. Seit 2004 ist ein Teil der Halde von Ensdorf aus begehbar. Um den Ausblick vom Hochplateau über das Saartal genießen zu können, wird zunächst einmal etwas sportliches Engagement verlangt. Immerhin liegt das Hochplateau der Berghalde 150 Meter über dem Eingangsbereich des Haldenareals. Um nicht auf Böschungen von bis zu 36° Gefälle das Balancevermögen der Besucher/innen zu strapazieren, hat die Gemeinde Ensdorf gut begehbare Wege angelegt, die den Wanderer ohne größere Schwierigkeiten bis zum Mittelplateau der Halde führen. Der Aufstieg zum Hochplateau erfordert dann allerdings schon etwas mehr Einsatz und ist für Familien mit Kleinkindern und allen Spaziergänger/inne/n mit Gehproblemen nicht zu empfehlen. In jedem Fall sollte man die Sonntagsschuhe zu hause lassen und durch vernünftiges Wanderschuhwerk ersetzt haben, bevor man sich den Ausflug über das Areal gönnt.
Der gut beschilderte Aufstieg führt zuerst an einem kuriosen Weinberg vorbei, den der Wanderer an dieser Stelle wohl als letztes erwarten würde. Die 99 Rebstöcke sind von einem hohen Zaun und garstigem Stacheldraht umgeben, wohl um die Trauben vor der Zudringlichkeit hungriger Wanderer zu schützen.
Mit Aktionen wie der des Berfufsverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Saar (BBK) “Kunst auf Halde“ im Jahr 2005 versuchte man über den touristischen Punkt hinaus die Halde überregional bekannt zu machen. Damals beteiligten sich 25 Künstlerinnen und Künstler an dem Projekt und machten die Halde Duhamel zum kurzzeitigen Kunstberg. Heute, im Jahr 2010, ist von dem meisten Kunstobjekten an Ort und Stelle nichts mehr zu sehen, da fast alle Objekte temporär angelegt waren. Ganz verzichten muss man aber auf eine Kunstbegegnung trotzdem nicht. Auf dem Mittelplateau befinden sich dauerhaft zwei Kunstwerke des Haldenprojekts. Zum einen ist der massive metallene "Sonnenbogen" des Künstlers Ferdinand Hermann zu sehen, zum anderen die hölzerne Skulptur “Ich war hier und du warst immer da.“ der Künstlerin Claudia E. Schmitt.
"Ich war hier und du warst immer da" "Sonnenbogen" Zum Wahrzeichen der Halde ist aber in der Zwischenzeit die Gemeinschaftsarbeit “Himmelsleiter“ der Künstlerinnen Julia Baur, Brigitte Morsch, Ursel Kessler und Maria Montnacher-Becker avanciert. Die aus schwerem Holz gezimmerte Leiter ragt auf dem Haldengipfel in den Himmel und eine Bank darunter lädt zur Ruhe ein. Letzteres mit der Einladung, den unverstellten Blick in die himmlischen Weiten wandern zu lassen oder aber das vielfältige Panorama der Saarlandschaft am Fuß des Abraumberges zu genießen.
Der Panoramablick ist ein sich lohnender, wenn auch nichts für Freunde ungestörter Natur. Die Landschaft um die Halde ist geprägt von der Schwerindustrie, die den Menschen der Region seit nunmehr dreihundert Jahren Arbeit und Brot verschafft. Die benachbarten Halden bei Völklingen, das Kraftwerk vor Ensdorf und das dampfende Areal der Dillinger Hütte samt zugehöriger Kokerei geben einen guten Eindruck, wie sich noch vor wenigen Jahrzehnten große Teile des Saarlandes präsentierten, dicht an dicht mit Kohlegruben und Stahlwerken besetzt. Ganz zum Erliegen ist auch in Ensdorf der Bergbau noch nicht gekommen. Deshalb wird weiterhin Abraum auf die Halde verbracht. Früher mit Schrägaufzug und Kipploren, heute mit einer Bandanlage, der sogenannte "pipe conveyor", die das Material nach oben transportiert, wo es dann mit einem “Absetzer“ verkippt wird.
Aussicht auf das Gelände der Dillinger Hütte. Hier wird weiter
Dem Projekt Kunst auf Halde des BBK Saar haben wir eine eigene Seite gewidmet. Weitere Halden finden Sie hier: Kunst auf Halden
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Wohl in der ersten Hälfte des 18 Jahrhunderrts hat man in der Gegend von Ensdorf mit dem Kohlebergbau begonnen. Die nahe Saar begünstigte den Abtransport der Steinkohle per Schiff. Pferdefuhrwerke brachten den Rohstoff aus dem über 2000 Meter langen Stollen zur Verladung bis ans Wasser. Die große Halde wurde ab 1962 aufgeschüttet nachdem die Fördermengen der Grube Ensdorf enorm gestiegen waren. Die Grundfläche der Halde beträgt heute erstaunliche 47 Hektar und die Halde liegt 330 Meter über Meeresniveau. Seit 2004 ist ein Teil der Halde für die Öffentlichkeit zugänglich.
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- 30.11.2012 Das Erbe - Die Ausstellung zum Ende des Bergbaus i...





Dieses Kunstobjekt trifft allerdings nicht nur auf ungeteilte Zustimmung. Gleitschirmflieger, die an den steilen Hängen der Ensdorfer Halde ideale Startmöglichkeiten vorfinden, fürchten das Kunstwerk bei ihrem Überflug als ein Hindernis, in das man sich ganz schnell “hereingewickelt“ hat, wenn der Wind oder das Flugtalent den Piloten verlassen.
