|
Seite 1 von 2 
Weil man sie überall auf der Welt noch antrifft, wird der manuellen Arbeit als Kontrapunkt zur industriellen Arbeit auf unserer Webseite Raum geboten. Angestrebt wird als work in progress eine Dokumentation handwerklicher Arbeit weltweit. Wer mit einem Bild und einem erläuternden Text einen Beitrag leisten will, ist herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Die Texte können auch in englischer Sprache verfasst werden.
________________________________________________________________________________________

Tapaherstellung auf den Tonga-Inseln
Nähert man sich einem Dorf auf einer der Tonga Inseln, so wird man oft von einem rhythmischen Klopfen begrüßt. Dieses zeigt an, daß die Frauen hier Tapa herstellen.
Den Grundstoff liefert der Papiermaulbeerbaum. Nachdem dieser gefällt ist, wird die weiße und weiche innere Rinde vorsichtig abgeschält und in der Sonne getrocknet. Nachdem sie eine Nacht lang in Wasser eingeweicht war, wird sie anderentags mit einem eingekerbtem Holzhammer, dem „Ike“ bearbeitet.

Die so weich- und breitgeklopften Stücke werden rechteckig zugeschnitten und mit Pfeilwurzelstärke zusammengeklebt. Je nach Verwendungszweck können so Tücher von über 100 Meter Seitenlänge entstehen. Mittels unterschiedlichen Pflanzensäften werden anschließend die traditionellen braunen und schwarzen Muster aufgemalt.

Große Tapatücher finden auf Tonga als Wandbehang oder Tapete Verwendung, kleinere Stücke werden als Tischtücher oder zur Verzierung von Alltagsgegenständen benutzt. Desweiteren wird Tapa gerne als Geschenk bei Geburten und Hochzeiten gegeben und an Touristen verkauft.
Fotos + Text: © Reiner Kussler ____________________________________________________________________________________________________

Doppelikatherstellung im Dorf Tenganan auf Bali
Diese sehr aufwändige Webtechnik wird nur noch von wenigen Handwerkern praktiziert.
Vor dem Weben werden Muster auf die Fäden gefärbt. Dies geschieht durch abbinden der einzelnen Fäden mit Bast o. ä. (Foto oben), so dass die Farbe beim mehrfachen Färben nicht unter die Knoten läuft. Anschließend müssen die gefärbten Fäden in der richtigen Position verwoben werden. (Foto unten) Bein Doppelikat werden beide, sowohl Kett- als auch Schußfäden mit einem Muster versehen, was die Arbeit sehr kompliziert macht.

Fotos + Text: © Reiner Kussler _______________________________________________________________________________________

Herstellung von Kokosseife auf den Tonga-Inseln
In einem einfachen Holzverschlag werden die Kokosnüsse geschält und gespalten. Die gespaltenen Kokosnusshälften werden dann für ca. 24 Stunden in einem Ofen oder beheizbaren Raum erhitzt, um dem Fruchtfleisch Feuchtigkeit zu entziehen. Nach dem Erkalten löst sich das Fruchtfleisch, nun Kopra genannt, leicht von der Schale. Es wird zu Kokosraspeln verarbeitet, die mit Natronlauge oder Sodalösung zu Seife verkocht werden.

Die weiße Seife wird in Formen gestrichen und nach der Trocknung üblicherweise in Stücken von 0.5 Meter Länge in den Handel gebracht.
Fotos + Text: © Reiner Kussler ______________________________________________________________________________________________________

Müller in Varanasi / Indien
Diese Getreidemühle beansprucht nur einen Raum von etwa 4 x 4 Metern in den engen Gassen der heiligen Stadt Varanasi (Benares) am Ganges.
Fotos + Text: © Reiner Kussler ______________________________________________________________________________________________________

Schneiderwerkstatt in Varanasi / Indien
Zur Selbständigkeit braucht es nicht viel. Ein schmaler Holzverschlag der an eine Hauswand angebracht ist und abends zugeklappt wird, dient diesem Schneider zum Aufstellen seiner Nähmaschine. Jeder kann dem geschickten älteren Herrn bei der Arbeit zuschauen. Privatsphäre, wie wir sie kennen, ist bei einfachen Indern kein Thema.
Fotos + Text: © Reiner Kussler ______________________________________________________________________________________________________

Schuhmacher in Galle / Sri Lanka
Ein Schuhflicker in Galle braucht kein Ladengeschäft. Ebenso wie seine Uhrmacher-Kollegen kann er an jedem Straßenrand seine Dienste anbieten. Ersatzteile finden sich im Müll, alles kann wiederverwendet werden.
Fotos + Text: © Reiner Kussler ______________________________________________________________________________________________________
|